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Interview mit Martin Schindler – Mantus
Bei dem ASP-Konzert am 10. November 2012 im Potsdamer Waschhaus (siehe Konzertbericht) erlebte Gobron auch die Band Mantus live. Von der Mantus-Musik schwer begeistert rückte er dem Band-Leader Martin Schindler später mit einigen Fragen „auf die Pelle“:
 
 
Wie ist die Band Mantus entstanden?
 
Angefangen hat es um das Jahr 1997. Ich habe zu der Zeit viele Gedichtvertonungen und Klangcollagen gemacht und fing an, auch erste Songs im herkömmlichen Sinne zu schreiben und aufzunehmen. In den 3 Jahren bis zur Veröffentlichung des Debüt-Albums hat sich dann ein gewisser Stil herauskristallisiert ... überwiegend ruhige, romantische und sehr düstere Songs, und im weiteren Verlauf war mir auch besonders eine weibliche Gesangsstimme wichtig, weshalb Thalia einige Songs mit eingesungen hat.
 
 
Wie seid ihr auf den Namen gekommen?
 
Bei der Namensgebung war mir wichtig, einen kurzen prägnanten Namen zu finden, der schön klingt und in seiner Bedeutung die Intention der Musik widerspiegelt. Mantus ist in der etruskischen Mythologie der Gott der Unterwelt, der die Seelen der Toten begleitet. Ein weiterer Punkt bei der Namensfindung war, dass ich einen Begriff wählen wollte, bei dem meine Person direkt verschmolzen ist, weil ich in die Musik und die Texte immer meine ganze Gefühlswelt, also einen Teil meiner Seele, gelegt habe. Ich habe das durch den Anfangs- und Endbuchstaben gelöst, also M und S, die für Martin Schindler stehen.
 
 
Wer schreibt bei euch die Songs?
 
Die Songs werden komplett von mir geschrieben.
 
 
Spielt ihr lieber rockige oder eher die ruhigeren Lieder?
 
Es hat beides seinen besonderen Reiz, deshalb ist unsere Musik auch ein Gemisch aus rockigeren Songs und sehr atmosphärischen, langsameren Stücken. Für die Bühne bieten sich meist eher die rockigeren Stücke an, auch deswegen, weil selbst bei einem Gothic-Publikum die Leute mittlerweile unterhalten werden wollen und gerne abgehen. Ich persönlich mag es, wenn die Musik sehr melancholisch ist und das sind dann eher die getragenen, tiefgehenden Songs.
 
 
Bei dem Lied Vanitas ist im Refrain immer wieder ein Halleluja zu hören. Hat das eine spezielle Bedeutung?
 
Bei Vanitas, wie der Titel schon sagt, geht es um das Thema der Vergänglichkeit und die Ohnmacht des Menschen angesichts des Todes, so dass jegliches Streben nach weltlichen Besitztümern und der Drang nach Jugend und Schönheit letztlich nur wie eine Eitelkeit des Menschen erscheinen, die im großen Zusammenhang ohne Bedeutung ist. Das „Halleluja“ ist in der christlichen Religion der Ausdruck einer Lobpreisung Gottes. Daher kann man dieses im Kontext des Songs als eine Art Zynismus verstehen, der auf die Zwecklosigkeit eines sinngebenden Gottes anspielt.
 
 
Wie kam die gemeinsame Tour mit ASP zustande?
 
Zum einen hat Asp persönlich darum gebeten, dass wir auf der Tour dabei sind, weil ihm wichtig war, mal wieder eine „wirkliche“ Gothic-Band in seinem Programm zu haben, und das war erstmal eine große Ehre für uns. Und zum anderen sind wir beim gleichen Plattenlabel, deshalb wurde die gesamte Tour natürlich auch von deren Seite unterstützt, was die Entscheidung für uns dann nochmal leichter gemacht hat. Man darf nicht vergessen, dass eine Tour in dieser Dimension mit erheblichen Kosten verbunden ist und man braucht von verschiedenen Seiten Unterstützung, damit es umsetzbar ist.
 
 
Wie ist die Tour für euch gewesen?
 
Grandios. Es war eine tolle Erfahrung für uns und obwohl natürlich alles sehr anstrengend war, hat es sich in jeder Beziehung gelohnt. Wir waren in der Vergangenheit nicht so häufig live unterwegs, deshalb haben wir gemerkt, wie dankbar viele Fans waren, dass wir nun mal eine ausgedehnte Tour über ganz Deutschland gespielt haben. Es ging sogar so weit, dass einige Fans hauptsächlich wegen uns angereist sind, obwohl wir nur 45 Minuten lang spielen durften und das hat mir gezeigt, dass es doch einige Menschen da draußen gibt, denen unsere Musik sehr viel bedeutet. Und wenn man dieses Gefühl als Musiker zurückbekommt, ist es fast das Schönste, was es beim Musikerdasein gibt.
Auch alles weitere ... die Band und das ganze Umfeld von ASP waren sehr angenehm, die Organisation war gut und schließlich haben wir jeden Abend vor ausverkauftem Haus und tollem Publikum gespielt. Das ist für uns als Support natürlich fantastisch und zeigt auch, welchen Stellenwert ASP mittlerweile in Deutschland hat.
 
 
Plant ihr für die Zukunft eine eigene Tour oder bleibt ihr lieber Support?
 
Wir sind gerade in den Planungen für das Jahr 2013 und darüber hinaus. Ich denke nicht, dass wir im kommenden Jahr eine eigene Headlinertour spielen, aber es gibt ja auch noch die Festivals und einzelne Clubkonzerte, die man spielen kann. Es bleibt abzuwarten. Auch eine weitere Tour als Support würde ich nicht ausschließen, da wir einfach eine sehr gute Erfahrung im Herbst gemacht haben und es uns viel Freude bereitet hat. 
 
06.12.2012
 
 
Ein großes Dankeschön an Martin Schindler für dieses Interview.

 

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